17.05.2018

Selbstliebe ..... gegen Bodyshaming und Bodybashing!

Ihr Lieben!
Die mich länger virtuell kennen wissen auch, dass ich zu den Mädels mit mehr Format gehöre. Und ja, ich war mal dünner, viel dünner, aber das war in einer Zeit, als es mir sehr schlecht ging und mich der Kummer im wahrsten Sinne des Wortes aufgefressen hat. Aber die Zeiten waren vorbei und ich nahm wieder zu, da ich ein absoluter Genussmensch bin und essen einfach liebe. Nicht zu viel, alles in Maßen, aber verzichten mag ich nicht. Trotzdem nahm ich vor ca. 13 Jahren wieder extremst zu, obwohl ich mich zurückhielt und Sport gemacht habe. Regelmäßig, damals sogar im Fitnessstudio. Denn da war die Sache mit der Schilddrüse und eine über Jahre nicht erkannte diagnostizierte Hashimoto Thyreoditis in Kombi mit einer Schilddrüsenunterfunktion. Tja, da musste ich mich nicht wundern, dass ich trotz Sport und Ernährungsumstellung nicht abnahm, sondern eher immer mehr Kilos auf die Waage brachte. Nach langer Lauferei durch viele Praxen war da endlich ein Arzt, der nach der Ursache forschte, denn mir ging es richtig mies. Ich hatte Herzprobleme, war nicht mehr belastbar und die leiseste Anstrengung brachte mich an meine Grenzen, meine Psyche war absolut kaputt und ich zweifelte an mir. So sehr, dass ich mich selbst für meine Umwelt als eine große Zumutung empfand. Der Arzt konnte mir helfen und durch eine nach und nach angepasste Medikation wurde es viel besser. Und sogar einige Kilos purzelten wieder runter. Ich wurde wieder fitter, belastbarer und die Herzprobleme waren weg. Nur die Psyche hat sich nicht so richtig erholt.

Mittlerweile sind sie wieder drauf, die Pfunde, auch bedingt durch zusätzlich verordnete nötige Medikamente und die inzwischen völlig aufgelöste Schilddrüse (bei der letzten Untersuchung zeigte sich lediglich ein Volumen von 0,5 %), die leider die Nebenwirkungen von Gewichtszunahme haben. Und ich nehme keine unsinnigen Kalorienmengen zu mir, sondern esse bewusst, gesund, viel Obst und Gemüse und vermeide zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke. Lange Zeit war ich nicht sehr glücklich damit, aber irgendwann hat es Klick gemacht und ich habe mir gesagt: "Lieber einigermaßen gesund und munter, dafür ein paar Kilos mehr auf den Hüften!"

Ich habe mich damit abgefunden und fühle mich trotzdem wohl und schön! Ich bin rund, habe Falten, die Schwerkraft zerrt an Brust, Armen und Beinen und meine Oberschenkel haben auch die eine oder andere Delle. Na und!?! Dafür habe ich meine Krankheiten im Griff, das ist viel wichtiger.

Letzten Sonntag, am Muttertag, war ich mit meiner Tochter frühstücken und wir kamen irgendwie auf das Thema "Bodybashing und Bodyshaming", das es leider immer häufiger gibt. Gerade jetzt zum Sommer hin tauchen sie wieder auf, diese ekelhaften Kommentare, dass fülligere Menschen möglichst keine Shorts oder kurzärmelige Shirts tragen sollten, dass sie sich am Besten in Sack und Asche kleiden sollten, damit sie keine "optische Belästigung" für Andere darstellen. Ich könnte laut losschreien, wenn ich so etwas höre! Wieso maßen sich Menschen an, über andere Menschen zu urteilen und nehmen sie nicht einfach, wie sie sind?! Wieso wird man überhaupt immer mehr nach seinem Äußeren beurteilt? Wieso werden Menschen an sogenannten "Idealen", die wir durch die Medien eingetrichtert bekommen, gemessen? Ich kann das nicht verstehen. Für mich sind Menschen einfach nur Menschen! Ob dick, dünn, dunkel- oder hellhäutig, mit krummer, langer oder kleiner Nase, großen oder kleinen Ohren, Platt-, Senk- oder Spreizfuß...... ich könnte noch viele weitere aufzählen. Ich maße mir nicht an zu beurteilen, ob Frau X lieber längere Hosen tragen sollte oder Herrn Ys Hemd über dem Bauch etwas zu sehr spannt. Dazu habe ich kein Recht. Niemand hat das Recht, über Andere zu urteilen und sie damit zu verletzen, auszugrenzen, zu mobben.

Vor allem aber bin ich selbst für mich auf einem guten Weg, mich und meinen Körper so zu akzeptieren, wie er nun mal ist. Mit kleinem Rettungsring um den Bauch, schlaffer werdendem Bindegewebe und fortschreitenden Fältchen im Gesicht und  Ausschnitt-bereich. Das alles habe ich mir schließlich durch mein gelebtes Leben hart erarbeitet, denn das bin ich. In zwei Jahren werde ich 60. Und ich fühl mich noch richtig gut in Schuss. Ja, ich gebe zu, es ist nicht immer leicht gewesen, mich selbst zu akzeptieren und mich so zu lieben, wie ich bin. Aber ich versuche es immer weiter und es gelingt mir doch erstaunlich gut. Versucht einfach euch selbst zu mögen, zu schätzen was ihr an euch habt, ihr seid es euch wert! Und ihr werdet merken, dass die Selbstliebe und Selbstschätzung euch auch einen anderen Blickwinkel auf eure Umwelt verschafft. Da bin ich mir ganz sicher. Bei mir hat es geklappt, ich laufe nicht mehr geduckt durch die Straßen, sondern erhobenen Hauptes.

Ich bin so froh, dass ich meiner Tochter immer die Unterstützung gegeben habe und sie ein gesundes Selbstbewusstsein und Körpergefühl entwickelt hat und ebenfalls laut gegen Bodyshaming und Bodybashing protestiert. Und das sollten wir alle tun. Für viel mehr Selbstliebe und Menschenliebe. Ohne dieses Schubladendenken, fiese Kommentare und Blicke. Hass, Neid und Missgunst machen hässlich! Bodybashing auch. Und schämen müssen wir uns für unser Aussehen auch nicht! Kein Bodyshaming! Punkt! Es gibt nämlich viel Wichtigeres auf der Welt: glücklich sein und leben, lieben, lachen!
Herzliebst eure Boerlinerin 💋